EAV – Elektroakupunktur

Was ist Elektroakupunktur nach Dr. Voll (EAV)?

Die EAV ist eine eigenständige Diagnose- und Behandlungsform, die zwar ansatzweise an die klassische Akupunktur erinnern lässt, jedoch vollständig ohne Nadeln auskommt und mit elektrischen Impulsen arbeitet. Es handelt sich um ein Gerät, mit dem Akupunkturpunkte exakt zu orten und deren Energiezustand zu messen ist. Grundlage ihrer Entwicklung ist ein Gedanke der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die genau definierten Punkte an der

Foto: Kindling.de
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Hautoberfläche, die sogenannten Akupunkturpunkte, stehen über Energiebahnen (Meridianen) mit Organen in Verbindung. Zwischen beiden besteht deshalb eine reflektorische Beziehung bzw. eine Wechselwirkung. Das EAV-Gerät misst nun die Leitfähigkeit des Gewebes, den sogenannten Organwiderstand, in diesen speziellen Punkten (der sich deutlich von denen an anderen Stellen unterscheidet). Der gemessene Wert lässt diagnostische Rückschlüsse auf den funktionellen Zustand des korrespondierenden Organs (Organsystems) zu. Erfinder ist der deutsche Arzt Dr. Reinhold Voll (1909-1989), der diese Technik „dank“ eigener Leiden an sich selbst erforschte, einsetzte und laufend weiterentwickelte.

Zur EAV gehört auch die sogenannte „Herdlehre“, die sich kaum von jener der Gebrüder Huneke unterscheidet. Ferdinand und Walter Huneke sind die Begründer der Neuraltherapie. Beide Verfahren, EAV und Neuraltherapie, lassen sich übrigens therapeutisch sehr gut miteinander kombinieren.

Mögliche Herde können demnach sein:

  • chronisch entzündete, vergrößerte und vernarbte Mandeln
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  • erkrankte Zähne
  • chronische Entzündungen von inneren Organen („Blinddarm“, Prostata)
  • Toxine im Körper, z.B.  aus Amalgam-Plomben in den Zähnen
  • Narben, die Störfelder ausgebildet haben

Ziel der Behandlung

Druck
© Thomas Haser

Wie bei jeder anderen Behandlungsform muss auch bei der EAV zunächst eine genaue Anamnese erhoben werden. Der Therapeut bekommt dadurch die ersten Hinweise, welche Probleme vorliegen könnten. Dabei ist es wichtig, den Patienten über seinen Arbeitsplatz, sein privates Umfeld, Schlafplatz, seine Essgewohnheiten, über eventuell bestehende Allergien und dergleichen zu befragen.
Das EAV-Gerät besteht aus einem Messungs- und einem Therapieteil. Während der Untersuchung hält der Patient einen, mit dem Gerät verbundenen Metallgriff in der Hand, die sog. indifferente Elektrode. Mit einer Punktelektrode misst nun der Therapeut den Hautwiderstand an klar definierten EAV-Messpunkten. Diese Punkte befinden sich vor allem an den Händen und an den Füßen. Es handelt sich dabei, wie oben beschrieben, zumeist um Akupunkturpunkte. Bei den Messungen bewegt sich der Zeiger einer Skala, die von 0 bis 100 reicht, in Richtung 100 und bleibt dann auf einem bestimmten Wert stehen. Die Höhe dieses Wertes gibt Auskunft über die Art der vorliegenden Erkrankung. Mit dem EAV-Gerät kann der Therapeut auch testen, welche Medikamente sich am besten zur Behandlung der Beschwerden eignen. Dabei werden  meist phytotherapeutische, oder homöopathische Präparate, sowie Nosoden verwendet. Nosoden sind Aufbereitungen von Zellbestandteilen aus erkranktem Gewebe oder aus Körperabsonderungen erkrankter Menschen, die eigentlich krankheitserregend sind, aber durch homöopathische Verdünnung eine heilende Wirkung entfalten sollen. Dem Therapeuten stehen Testsätze dieser Stoffe zur Verfügung, die in eine „Wabe“ gestellt und in den Stromkreis des EAV-Geräts eingebracht werden. Wenn der zwischengeschaltete Stoff den Ausschlag der Nadel nach oben oder unten verstärkt, kann er an der Erkrankung ursächlich beteiligt sein. Nähert sich der gemessene Wert durch die Zwischenschaltung dem Bereich 50 bis 60, ist die Substanz für die Therapie geeignet. In der Regel werden die Präparate dann dem Patienten verabreicht.

Anwendung

Prinzipiell kann die Elektroakupunktur nach Voll bei allen Befindlichkeitsstörungen eingesetzt werden. Besonders oft wird die EAV bei folgenden Beschwerden und Erkrankungen angewandt:

    • Allergien und Autoimmunerkrankungen
    • Schmerzzuständen wie Neuralgien (insbesondere Migräne)
    • Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis
    • beim chronischem Müdigkeitssyndrom („CFS“)
    • bei chronischer Infektanfälligkeit
    • zerebralen Insuffizienzen
    • chronischen Leber-, Nieren- und Pankreaserkrankungen
    • chronischen Magen- und Darmerkrankungen
    • bei Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten
    • bei Unverträglichkeiten gegenüber zahnärztlichen Werkstoffen

Ein wissenschaftlicher Nachweis für die Wirksamkeit der EAV konnte in Studien bisher nicht erbracht werden. Heilpraktiker, behandelnde Ärzte und deren Patienten berichten aber übereinstimmend von guten Erfahrungen mit Diagnose und Therapie.

Die vorgenannten Anwendungsgebiete stellen kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände oder Leiden dar.